Die Geschichte des St. Josefshaus

Die Entstehung und Entwicklung des St. Josefshaus baut auf eine mit der Gründung der Ordensgemeinschaft (durch Bruder Jakobus Wirth 1862) verbundene christlich motivierte Tradition der Hilfe auf (Leitbild).

Das Engagement der frühen Ordensgemeinschaft galt hilfsbedürftigen „Waisenkindern“ aus der Region. Die Klausen der Kreuzkapelle in Waldbreitbach, dem Gründungsort des Ordens, waren bald für die Ordensfamilie und die Waisenkinder zu klein. So dienten ab dem 15. Januar 1863 das Elternhaus des Lorenz Kröll (Bruder Josef), und das um dieses herum erworbene Land, als Grundstein und Grundfläche für das St. Josefshaus der ersten Stunde. In den 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts folgten bauliche Erweiterungen. Diese wiederum ermöglichten die Ausweitung der Hilfen für in Not geratene Kinder.

1906 entstand die neue Klosterkirche, errichtet neben der alten Kapelle. Das St. Josefshaus dieser Zeit beherbergte inzwischen circa 600 Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Betrieb von Vieh- und Landwirtschaft aufgenommen. Die Brüder betrieben auch eine Schusterei, Schlosserei, Buchdruckerei, Schreinerei und stellten Mineralwasser (sog. „Klickerwasser“) her. Die eigene Metzgerei, Mühle und Bäckerei wurden erst 1973 aufgegeben.

Die Herrschaft des NAZI-Regimes führte 1937 zur Enteignung. Die Brüder mussten das Haus verlassen und die im St. Josefshaus lebenden Menschen mit Behinderung wurden auf andere Einrichtungen verteilt oder aber „abtransportiert“. Eine Rückgabe des St. Josefshaus an die Franziskanerbrüder erfolgte 1947.  Zwischenzeitlich waren Tuberkulosekranke einquartiert. Das St. Josefshaus, nun wieder im Besitz des Ordens, wurde in eine Klinik für circa 240 an dieser Infektionserkrankung Betroffene umfunktioniert.

Stets offen für die Nöte der Menschen in der Region traten aber bald neue Aufgabenfelder ins Zentrum des helfenden Handelns.

1985 wurde das Franziskushaus bezogen - der Idee ein eigenes Heim für geistig und körperlich Behinderte zu schaffen folgend. Etwa seit 1995 entwickelte sich ergänzend ein Engagement der Hilfen für „Chronisch- und Alterskranke“ Menschen. Die weitere Entwicklung führte zum heutigen Wohn-, Pflege-, Betreuungs- und Assistenzangebot für Menschen mit geistiger Behinderung, neurologischen und psychischen Erkrankungen, für Seniorinnen und Senioren sowie für pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Schädelhirnverletzungen und im Wachkoma.

Mit baulichen Veränderung im und um das St. Josefshaus (1992 Sanierung der Klosterkirche, 1997 des Bezug eines Neubaus, 2006 Sanierung des Altbaus) wurden stets auch Verbesserung der Lebensqualität für die Gemeinschaft aller hier wohnenden und lebenden Menschen erwirkt.

Heute steht das St. Josefshaus ganz im Zeichen der modernen Hilfe für Menschen mit Behinderung, im Alter und/oder mit Pflegeaufwand. Geschichte, Tradition, Leitfiguren und Leitbilder sowie die daraus abgeleiteten Wertvorstellungen, Zielsetzungen  und Ausrichtungen sind Orientierung für das gemeinsame Handeln der im Dienste der Franziskanerbrüder stehenden  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.  Gleichermaßen bestimmen „Selbstbestimmte Teilhabe“ und „Inklusion“, als Grundsätze und Zielsetzungen der modernen Hilfe, die Weiterentwicklungen unserer Angebote. Hierfür kennzeichnend stehen die Angebotserweiterungen der letzten Jahre.

Seit:

  • 2009  Betreutes Wohnen im Alter in der Gemeinde Waldbreitbach
  • 2011  Bereitstellung ambulanter Hilfen – „Vor Ort“ – für Menschen mit Behinderung in den Gemeinden Hausen, Waldbreitbach, Linz, und Asbach sowie der Ausbau dezentraler Wohnformen
  • 2011  Öffnung der Tagesförderstätte für Bürgerinnen und Bürger mit Behinderung aus den Gemeinden Hausen, Waldbreitbach, Bad Hönningen, Linz und Asbach
  • 2012  Betreutes Wohnen im Alter im St. Josefshaus
  • 2012  Tagesbetreuung für Senioren „ Alte Gärtnerei“ – Angebot in Kooperation mit der Caritas-Sozialstation / Linz